Malerei voller Licht. Ein Interview mit Dominika Hofman.
Dominika Hofman ist eine Künstlerin der jungen Generation, deren malerisches Können an die Leinwände der alten Meister erinnert. Die Künstlerin widmet sich der realistischen Malerei, in der das Licht eine Schlüsselrolle spielt.
Warum bist du Künstlerin geworden?
Für mich war es keine bewusste Entscheidung, sondern eine natürliche Entwicklung.
Schon immer begleitete mich ein starkes Bedürfnis zu erschaffen. Bereits seit meiner Kindheit nahm ich die Wirklichkeit sehr intensiv und emotional wahr. Die Kunst wurde für mich zu einer Kraft und einer Form des Ausdrucks meiner selbst sowie der Welt um mich herum, ohne die es mir schwerfallen würde zu funktionieren.
Was würdest du tun, wenn du keine Malerin wärst?
Vielleicht klingt das seltsam, aber ich wusste schon immer, dass ich Malerin werden würde.
Ich könnte mir mich wahrscheinlich gar nicht in einem anderen Beruf vorstellen. Ich denke, selbst wenn ich gezwungen wäre, einen anderen beruflichen Weg einzuschlagen, würde ich früher oder später trotz allem zur Malerei zurückkehren.
Wovon erzählt deine Kunst?
Ich arbeite in Form von malerischen Serien, in denen ich ausgewählte Themen vertiefe.
Die wichtigste davon ist der Zyklus „Luminosities“. Darin spielt das Licht die Hauptrolle. Es ist das Licht, das die Bilder konstruiert. Schon immer war ich von der Rolle des Lichts im Bild fasziniert und davon, wie es die Farben beeinflusst. Ich suchte und suche weiterhin nach Themen in der Malerei, in denen ich das Licht studieren kann.
In der Serie „Black Pearls“ konzentriere ich mich auf das Spiel zwischen Licht und Schatten. Ich entdecke neue Aspekte davon. Ich versuche zu zeigen, wie viele Nuancen des Glanzes sich in scheinbaren Grautönen und von Schatten gedämpften Farben verbergen. In diesem Zyklus stelle ich eine philosophische Frage über das Leben, seine Schatten und sein Licht. Wie viele Schattierungen hat das Leben eines jeden von uns?
Die Muscheln und Perlen, die ich in dieser Serie male, sind übrigens gar nicht schwarz – der Titel ist also ein wenig ironisch. Sie bergen in sich ein ganzes Spektrum von Farben.
Perlen und Muscheln haben für mich selbstverständlich auch eine tiefe symbolische Bedeutung. Sie sind ein Symbol der Frau, ihrer Schönheit, Transformation, Zartheit, aber zugleich auch ihrer Stärke.
Ich habe kein einziges Werk, das für mich das wichtigste wäre – vielleicht wird sich in Zukunft eines meiner Bilder als besonders bedeutend erweisen und eine übergeordnete Rolle einnehmen.
Eine solche Einschätzung erfordert jedoch einen entsprechenden zeitlichen Abstand und den Blick auf die eigene künstlerische Arbeit aus einer gewissen Perspektive. Gegenwärtig bin ich vollkommen in meine Kunst vertieft, und jedes neue Werk eröffnet mir ein neues Potenzial. Dieser Prozess überrascht mich immer wieder aufs Neue.
Wie sieht dein kreativer Prozess aus?
Ganz am Anfang der Arbeit an einem Bild erschaffe ich meine eigene „Inspirationskarte“. Ich zeichne schnelle kleine Skizzen und sammle Notizen. Der nächste Schritt ist die Vorbereitung eines ersten digitalen Entwurfs in einem Grafikprogramm. Dieser dient jedoch lediglich als Ausgangspunkt. Alle Fotografien und Zeichnungen, die ich in dieser Phase verwende, fertige ich selbst an – ich nutze niemals Werkzeuge künstlicher Intelligenz.
Das Endergebnis bleibt für mich bis zu einem gewissen Grad unvorhersehbar. Ich mag es, realistische Darstellungen mit Elementen des Zufalls zu verbinden, die ich anschließend bewusst ordne. Dabei beschäftige ich mich intensiv mit Farbwerten und Komposition.
Ich male hauptsächlich mit Ölfarben und kombiniere diese mit Acrylfarben und Sprays.
Das malerische Handwerk war für mich immer sehr wichtig, doch derzeit hat die Entwicklung einer persönlichen malerischen Sprache für mich Priorität. Ich denke, dass dies von der Reife eines Künstlers zeugt.
Worauf bist du bei anderen Künstlern neidisch?
Ich empfinde keinen Neid gegenüber anderen Künstlern. Ich versuche immer, Inspiration statt Neid zu sehen. Wenn ich beobachte, wie wir uns gegenseitig beeinflussen und zum Handeln anregen, sehe ich vor allem den Reichtum positiver Erfahrungen und kreativer Energie.